eigene lyrik

Amsel und Götze

Die Amsel in meinem Innenhof singt was –
Ist still und weg.

Der Gartenzwerg sieht alles
schaut stumm,
seine Farbe blättert um.

Überbleibsel von Heute
Elemente.

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automatisch geschrieben oder auch nur: übung, eigene lyrik

„ich habe jahrelang den himmel nicht gesehen“*

das habe ich gelesen.
als ich nur gewartet habe. man verliest sich
wenn man wartet. von
innen brennt die nasenwurzel, die augen
halten kurz ihre lider an.
als ob man zu viel cola  zu schnellundaufeinmaltrinkt.
ich schaue weg, schaue hin,
und lese: eingesperrte blicke gehen.

vielleicht sehen alle weg. weil es nie auch nur einmal zu wissen ist,
wie so
langes himmelsfehlen aussieht.

/schießen aus dem rand heraus/
und doch, augen laufen gerade oben/regen-los heraus
auf papier. weil hier keiner ist. unwillkürlich möchte ich hoch
gucken ob da vielleicht nicht doch ein fleckchen ist,
nicht doch ein fleck der
mehr als einfach nur zimmerdecke ist.

 

 

*  rekha, indien

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eigene lyrik, spielchen

vormittags im vor-mai

himmel kreischt. der zug hält.
eilig haben es diesmal alle.
verwundet streckt sich der tag und die sonne greift
durchlässig in fieberkranke luft und das wirr aus stimmen
lässt alles zu lässt alles zu lässt
nach.
alles steigt ein.

an diesen vor-mai vormittagen kann es sein dass es plötzlich regnet.
wirfst du, ohne atempause zu machen,
glatt an meine wange.

es gibt blinde gesichter und welche die waren es niemals
schiebt mir etwas, verschwiegen bis zur schädelnaht
den entleerten ton zu,
(als ob der sitznachbar vielleicht doch nicht taub ist
oder doch nicht blinder war als sonst).
nur gesichterlesen im rücken ist schwerer noch als immer.

und während sich alles bewegt, bewegen wir uns weniger
regnet es weit weg noch viel mehr als anderswo.
„schießen die regenbögen irgendwie aus dem boden“
mein ich
so.

 

so.

im fahrendem zug und ein regenbogen auf der strecke.

 

(danke sofasophien für das stöckchen. ich gebe weiter an driftout und episodenfilm etwas über „geschichten von unterwegs“ zu erzählen, in form von bildern, text oder beidem)

 

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eigene lyrik

scherben fliegen mono

es ist still. man könnte annehmen wir kotzen ohne ton.

die fliege summt herum, genauso wie der kühlschrank.

als mein held, hast du die erste weinflasche am hals aufgeschlagen.

die scherben bedecken den holztisch. kleine, mittelgroße split-

ter. ich glaube wir haben gelacht. die fliege balanciert auf dem weinglas

rand. „miniatur akrobatik mit .tik“ sagte ich.

als ob wir den themenlosen abend zelebrieren,

hab ich

gefragt

warum diese energiesparlampe so ein scheiß licht macht. alles grob und körnig macht.

die fliege fliegt du taumelst als S an der frage vorbei und meinst nur,

„es gibt noch ein paar rest.bestände der glühbirnen“,

ein ja und ein mono ton.

glasscherben auf dem tisch die fliege fliegt luftschleifchen

du gähnst nur noch ahhs nur noch nur. und

ich fühl‘ mich schlecht weil ich die fliege in die scherben klatschen will.

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eigene lyrik

eine seifenblase fliegt zwischen opas beinen hindurch

zielgerichtet an den himbeer-strauch, entlang. die feinen
dornen und aus. und sie schaut und schaut schaut schaut
als wenn sich seifige flecken in der luft einen vergessenen moment
lang halten können. ein blick, der wandern, auf sprühnebelfeinen
landschaften geht. und vergeht, weile ist schon idee ist
schon erinnerung geworden, als es wieder ans prusten geht.

(… irgendwann entlernen
alle
das fliegen mit den augen.
so
wälzen wir ungelenk im
gras.
sehen aus wie schweine. aber
tun so
als ob wir so tun müssen.)

opa lässt nicht von den hornspähnen ab. als unkraut-
vernichtungs-mittel? die einsame rebe, dicht, him- an beere
dann zuletzt der wein. die traube, die farbe, die weiß
er nicht mehr. eine einzige wird es sein, die sich streckt
und ihre ranken sonn’befleckten platz suchen, im eckschatten
zueinander. an einander, ihre blätter ausfalten bis zum geht
nicht mehr. sie pustet opa seifenpruste auf den fast haarfreien kopf.

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