eigene lyrik

ein wenig ewig

meist sind sie
alle beide fromm in den gesichtern,
mit kleinen haken als paar.
nicht nur das sprechen bleibt noch kleiner nicht
nur die stimme verwaist ein wenig ewig.

ach biete mir sinne und ein dach und
ein garten und leblos bleiben wir. sogar tot.
aber sind es nicht. sind es nicht.

wir schauen nur heraus aus vielen
kleinen falten gleich wie die rose
das sind wir und sie alle also,
sagst du, nur du einmal.

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allgemeines aus dem tag

weils ichs ästhetisch machen könnte, dieses fragment. deshalb.

viele menschen glauben dass lyrik immer autobiographisch ist oder eine art traumabewältigung darstellt, und somit von gefühl nur so tropft, ja es gibt menschen die glauben auch lyrik ist poesie und gedichte sind lyrische ergüsse. darüber lässt sich streiten und ich werde hier nicht so tun als ob ich die weisheit gefunden hätte oder gar gefressen.

nein, ich bin vollkommen unwissend und naiv und querköpfig, stumpfsinnig, stur, exzentrisch, hysterisch einfach so. doch! wenn ich etwas schönes und für den leser gefühlvolles schreibe dann bedeutet dies nicht dass ich in dem moment diese gefühle hatte. nein ganz im gegenteil. im schreibenden moment ist NICHTS, da sind nur worte und ein gefühl für eine bestimmte ästhetik, meine art von ästhetik die ich zum ausdruck bringen will. es gibt autobiographische sequenzen in meiner lyrik, hier und dort wird man alltägliches finden, etwas das gerade von mir gesehen wurde, gehört oder sonstiges, doch es wird nie zu einem ding das „hier dies ist mein leben heute“, „da das ist meine liebe heute“ oder „schau so find ich dieses jetzt“. es wird selten zu einer wirklich erlebten geschichte. es bleibt unrealistisch.

nein ich schreibe einfach und schreibe und schreibe und schreibe. lediglich meine automatischen texte sind wirklich autobiographisch, doch erzählen sie eine ganz andere geschichte von mir, die nichtmal ich verstehe.

also bitte ich nicht zu glauben ich wolle mein leben verdichten, meine gefühle in ordnung bringen. nein. es wird aus fragmenten meiner scheinbaren ordnung etwas schönes konstruiert und wenn es nur einen moment lang schön ist und länger nicht, doch dann hat es sich gelohnt. für mich und für denjenigen der sich dadurch angesprochen gefühlt hat.

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eigene lyrik, vertonte lyrik

mit fliegen am mund

mit fliegem am mund (audio)

wo der mohn so schwarz an fingern
klebt beliebig haaresäuseln
schon alles nicht mehr, auf-
ziehen über steinchen
hinweg anderswo in die fremde
rennen, stürzen felder klein.
in den weiten blüht verboten.
tanzen fliegenschwärme warme
luft, um münder einen schleier

© IsaG

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allgemeines aus dem tag

ehrlich ist schwer ?

es gibt eine interessante sorte mensch. diejenigen welche auf eine „ehrliche“ meinung pochen und dann oho ganz überrascht sind wenn sie zu ehrlich ist. solche schwächen sind natürlich. sicherlich. doch aufregen tut es mich trotzdem. hier ein kurzer gesprächsmitschnitt.

du: „schau mal, wie findest du das? sag bitte deine ehrliche meinung auch wenn es scheiße ist du darfst es ruhig sagen, ich verkrafte das schon. mir ist deine ehrlichkeit wichtig!“

ich (denke): oh sie scheint es ernst zu meinen, will wirklich eine ehrliche meinung. dann schalt ich mal den schongang aus und geb ihr meine ansicht ganz unzensiert.  (lese)  (minuten vergehen) „also ich finds scheiße, egal wie lang du jetzt dafür gebraucht hast aber ich kann damit nichts anfangen,es liest sich sehr langweilig. absolut nicht mein fall. wie wäre es wenn du den anfang…(ich werde unterbrochen)

du: „sag mal wie kannst du das scheiße nennen? ich hab so lang daran gearbeitet. du bist so gemein echt! warum frag ich dich überhaupt, du hast wirklich kein gefühl!! und deine sachen sind ebenso scheiße.“ (geht)

ich (denke): hab ich was falsch verstanden? sollte ich nicht sagen wenn ich es als scheiße empfinde?? sie hat mich noch nichtmal ausreden lassen, denn ich wollte ihr noch mitteilen wie das ganze zu verbessern wäre…warum hab ich mir die mühe gemacht es zu lesen, hätte es doch wissen müssen. ja warum fragt sie mich überhaupt? diese frage hätte ich ihr ins gesicht spuken sollen. ich habe kein gefühl… ist das jetzt auf alles bezogen oder nur textlich gesehen? wie soll ich das auffassen? warum sagt sie mir nie dass mein geschriebenes wort scheiße ist? hätte ich gerne mal vor ein paar wochen gewusst als ich sie um ihre ehrliche meinung bat.

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automatisch geschrieben oder auch nur: übung

dann erschieß mich doch

zeigefinger auf tiere gestalten gitarren walten lassen schwimmen erfolge im trost im trost der zeit leben erleben erblinden stehen lassen verfangen haben nicht haben gier neid missgunst erfunden beleuchtet das wort erfundenes wort brechreiz durchfall stuhlgang erfunden das wort die neigung gedreht der hölle geneigt das rote das weisse der baum beobachtet schaut hat augen dort draussen vor allen der liegt vor allen er schaut und hat nase und ohren und spricht mit holzstimme sacht seicht nicht mehr finden ich mich in dir nicht mehr finden ich mich in der offenheit die kleinigkeit zusammenhalt wir ich du es sie mir auch bewusst bewusstsein gedanklicher gruß verschickt lippen geschlossen zunge noch offen und gehirne aufgeklappt im schädel zertrümmern trümmersteine steine zum werfen sie werfen alles auf bewerfe ich alles im alles im alles im kleinen auch das haus die scheibe zerwerfen mit steinen und kugeln und kleinen pfeilen wie indianer getragen das tipi das haus ohne fenster und ohne dach und mit tierhaut bespannt das tipi der pfeil geht richtung ein schlägt ein die bombe wie granatsplitter granatapfelsplitter rot das haus schreit die kinder weinen die mutter holt aus holt weit aus zum erfinden das erfinden das rotbringen die fahnen wehen im dunkel im haus im keller im hauskeller im weinkeller da fahnen ohne wind geweht geh weg aus dem nichtlicht gesang unter der treppe aus der ecke da steht die fahne wie eine eins eine zwei oder drei nicht mehr die zahl von heute von gestern und morgen zusammen gezählt zusammengezählt im gestern und heute und hier vor der kellertür gefallen die eins und die zwei und wir drei zusammen aufgehoben die rotlichter im millieu gefangen die rotlichtviertel begangen als ob gelaufen und nackt geliebt das rote wie grüne und schwarze millieu auch noch gefunden wo schwarzes anstarrt und wir im roten viertel geblieben und tanz tanzen tanzen viel leicht vielleicht gesehen und nichts mehr mehr erwartet ausser nacktes ausser fleisch ausser rotlicht und puderdosen fallen irgendwann hinter kulissen und wir lachen lachen aus ein und aus lachen atmen lachen im sitzen auf verzierungen im stuhl der finger kreist der zeigefinger auf gestalten…

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