eigene lyrik

Amsel und Götze

Die Amsel in meinem Innenhof singt was –
Ist still und weg.

Der Gartenzwerg sieht alles
schaut stumm,
seine Farbe blättert um.

Überbleibsel von Heute
Elemente.

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eigene lyrik, poetry

of a morn’s gust folding – ein windstoß immer wieder wieder immer

it is 9 am,
the sun that has left its traces on the lamellar of the venetian blinds
it does not lie, the light is just what it is, the time too.
dust settles in mid air, maybe it wants to pause
or be rustled up by the gust just a bit more.
at 9 am, measured by the leak of light and the smell of a fled night,
limbs have been lying too long,
have left traces; streams in the bedsheets
everything holds on to the fringe of things
and has gotten out of shape
these songs, which hum supple;
setting the tone as if this day today is at amends
are a contant and always constantly always and always
a wrestle for my inner peace.

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es ist 9 uhr
die sonne die ihre spuren auf den lamellen der jalousie hinterlässt,
lügt nicht, das licht das ist einfach so. die uhrzeit ist auch.
der staub strandet in der luft. vielleicht möchte er anhalten
oder bei jedem windstoß ein stückchen wieder auftreiben.
um 9 uhr, gemessen nach diesem licht-
einfall und dem geruch der geflohenen nacht,
sind die glieder schon zu lange gelegen,
haben spuren, rinnen in laken hinterlassen
alles hält sich am saum fest
und ist aus der form geraten.
solche lieder welche weich summend
den ton angeben, als ob der tag, heute ein trostpreis sei
es ist ein immer und wieder immer wieder immer wieder wieder immer
für den inneren frieden reden.

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Orignal text written in German

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eigene lyrik, englische lyrik

there goes a nothing, there is to the ellipse: a toad made me cry

i tried to tell you that the moon looked like
the mark my coffee cup leaves on the nut-colored tablecloth
and i tell you that there is sticker on the pen
that says – if the ink dries keep writing
but you bit the lower part of your lip to a frayed mandarin
long before / so i stayed breathing to a rust dotted outside
beneath the gone leaf, the branch the limb the tree the air,
the sky, the nothing surrounding me
trying to in a moment of stifled fear or wish-
ing – i don’t recall, to not fraud the past
but you do you do do look at me
out of too lit up eyes, that were beheaded ornaments
that belonged to what was a field the crop a grain to seed.

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automatisch geschrieben oder auch nur: übung, eigene lyrik

alles ist pathetik am grauen tag

mir entlehnt
die sprache, es
rostet weich, das wort,
enthielt so viele stunden
so graut das haar, das schmiegt sich

weil ich nicht mehr sein kann als
grauer morgen, momentum fällt
ein. mirmirmirmir
sage ich nienienie / ich liebe dich
aus angst vor zu viel pathetik am tag.

aus deiner richtung riecht es stiller abend.

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automatisch geschrieben oder auch nur: übung, eigene lyrik

„ich habe jahrelang den himmel nicht gesehen“*

das habe ich gelesen.
als ich nur gewartet habe. man verliest sich
wenn man wartet. von
innen brennt die nasenwurzel, die augen
halten kurz ihre lider an.
als ob man zu viel cola  zu schnellundaufeinmaltrinkt.
ich schaue weg, schaue hin,
und lese: eingesperrte blicke gehen.

vielleicht sehen alle weg. weil es nie auch nur einmal zu wissen ist,
wie so
langes himmelsfehlen aussieht.

/schießen aus dem rand heraus/
und doch, augen laufen gerade oben/regen-los heraus
auf papier. weil hier keiner ist. unwillkürlich möchte ich hoch
gucken ob da vielleicht nicht doch ein fleckchen ist,
nicht doch ein fleck der
mehr als einfach nur zimmerdecke ist.

 

 

*  rekha, indien

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eigene lyrik

scherben fliegen mono

es ist still. man könnte annehmen wir kotzen ohne ton.

die fliege summt herum, genauso wie der kühlschrank.

als mein held, hast du die erste weinflasche am hals aufgeschlagen.

die scherben bedecken den holztisch. kleine, mittelgroße split-

ter. ich glaube wir haben gelacht. die fliege balanciert auf dem weinglas

rand. „miniatur akrobatik mit .tik“ sagte ich.

als ob wir den themenlosen abend zelebrieren,

hab ich

gefragt

warum diese energiesparlampe so ein scheiß licht macht. alles grob und körnig macht.

die fliege fliegt du taumelst als S an der frage vorbei und meinst nur,

„es gibt noch ein paar rest.bestände der glühbirnen“,

ein ja und ein mono ton.

glasscherben auf dem tisch die fliege fliegt luftschleifchen

du gähnst nur noch ahhs nur noch nur. und

ich fühl‘ mich schlecht weil ich die fliege in die scherben klatschen will.

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